Spezialgebiet Leistenhernien


Abb.: Laparoskopischer Baucheingriff wie bei Operationen für Leistenbruch, Reflux oder Gallenblase
Abb.: Laparoskopischer Baucheingriff wie bei Operationen für Leistenbruch, Reflux oder Gallenblase

Was ist eine Leistenhernie?

Die Leistenhernie oder auch Leistenbruch genannt, ist eine angeborene oder im Laufe des Lebens erworbene Schwachstelle und Lücke im Bereich des Leistenkanals durch welche Anteile von Bauchorganen insbes. bei Pressen ausstülpen. 

 

Der Leistenkanal enthält beim Mann Samenleiter und Hodengefässe, bei der Frau das runde Mutterband (Lig.teres uteri). Entlang dieser Strukturen können sich innere Organe - insbes. Darm - ihren Weg durch die Bauchdecke bahnen. 

 

Der "Leistenbruch" beschreibt die Lücke im Bereich der Leiste und ist der häufigst vorkommende Bruch der Bauchwand. Solche Brüche können aber im Bereich der gesamten Bauchdecke an vorgeformten Schwachstellen auftreten (z.B. Bauchwandbruch, Nabelbruch, Narbenbruch; bitte lesen Sie darüber im Abschnitt: Minimalinvasive Bauchchirurgie). 

  

Das Vorkommen des Leistenbruches ist anatomisch bedingt beim Mann insgesamt häufiger als bei der Frau, die chirurgische Versorgung wird bei beiden jedoch grundlegend gleich durchgeführt. 

 

Symptome eines Leistenbruchs

Ein Leistenbruch kann über viele Jahre asymptomatisch verlaufen (!), kann aber grösser werden und dabei Beschwerden verursachen.

Nicht jedes Symptom muss zwingend auftreten und kann in unterschiedlicher Ausprägung vorkommen: 

  • Ziehen und Schmerz in der Leiste
  • sicht- und tastbare Schwellung im Bereich der Bruchpforte
  • wechselnde Größe der Schwellung welche vom Patienten ggf. in den Bauchraum wiederholt zurückgedrückt ("reponiert") wurde
  • Schmerzausstrahlung in Hoden oder Schamregion
  • Schwellung die zum Hodensack oder Schamlippe fortschreitet
  • Behinderung bei täglichen Aktivitäten aufgrund der Beschwerden
  • starke Schmerzen bei Einklemmung innerer Organe in der Bruchpforte

 

Durch die Bruchlücke kann beim Leistenbruch insbesondere Darm und Fettgewebe wiederholt aus dem Bauchraum herausschlüpfen. Dies kann die Bruchlücke auf Dauer erweitern.

 

Leistenbrüche werden vom Patienten oft erst bei schwerem Heben oder Pressen bemerkt und als Vorwölbung in der Leiste wahrgenommen. Die Vorwölbung im Bereich der Leiste geht häufig nach dem Pressen wieder spontan zurück, oder wird vom Patienten selbst wieder in die Bauchhöhle gedrückt. 

 

Besteht das Problem über längere Zeit, weitet sich die Lücke aus und es können dadurch sehr grosse Hernien entstehen: Durch derart ausgedehnte Bruchlücken können sich Darmanteile dauerhaft aus der Bauchhöhle in das Unterhautgewebe und weiter in den Hodensack verlagern wo sie als Scotalhernie bezeichnet werden.

 

In selteneren Fällen kann sich Darm in der Bruchlücke einklemmen und sogar absterben, was mit sehr starken Bauchschmerzen (sog. "Akutes Abdomen") einhergeht und einer Notfallversorgung bedarf. Solche Einklemmungen können bereits bei kleinen Bruchlücken vorkommen, was zur Empfehlung für eine frühzeitige operative Versorgung von Leisten- und Bauchwandbrüchen führt.

 

Therapieoptionen bei Leistenbruch und Bauchwandbruch

Die empfohlene Therapie ist die Operation:

Leistenhernien und auch Bauchwandhernien können in jedem Stadium der Erkrankung sowohl schlüssellochchirurgisch als auch offen chirurgisch versorgt werden (bitte lesen Sie darüber auch im Abschnitt Minimalinvasive Bauchchirurgie).

 

Bei asymptomatischen Patienten kann in ausgewählten Fällen ein Zuwarten erwogen werden, dies aber nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt. 

 

Von der Verwendung von Bruchbändern oder Bruchgürteln welche die Bruchpforte von außen stützen sollen wird klar abgeraten. Diese nehmen nur mehr historische Bedeutung ein.

 

Die empfohlene Therapie ist die operative Versorgung:

Ich biete Ihnen sowohl minimal-invasive Verfahren als auch offen-chirurgische Verfahren an: 

Minimal-invasive Leistenbruchoperation

Als Goldstandard gilt die minimal-invasive (schlüssellochchirurgische) Technik (TAPP, transabdominal preperitoneal inguinal hernia repair).

 

Über kleinste Schnitte in der Bauchdecke wird über eine Kamera und Monitor mittels schlüssellochchirurgischen Instrumenten operiert und die Bruchlücke von innen mittels Netz verschlossen. Der Monitor bietet eine hohe Vergrösserung des kleinen Operationsfeldes, was ein präzises chirurgisches Vorgehen ermöglicht. Diese Operation wird in Vollnarkose durchgeführt.

 

Vorteile dieses Operationsverfahrens sind:

  • kleinste Schnitte, hohe Kameraauflösung für einen präzisen Eingriff
  • dadurch geringe Schmerzbelastung
  • dadurch schnelle Rückkehr zu körperlicher Belastung und Sport
  • dadurch die Möglichkeit tagesklinisch operiert zu werden

Offen-chirurgische Leistenbruchoperation

Sollte Ihr allgemeiner Gesundheitszustand ein schlüssellochchirurgisches Verfahren in Vollnarkose nicht ermöglichen biete ich Ihnen  "offen chirurgische Verfahren" an.

 

Hierzu zählen die

  • spannungsfreie Netzplastik nach Lichtenstein
  • Nahttechnik nach Shouldice

Diese Operationen werden über einen Leistenschnitt durchgeführt und die Bruchlücke von aussen her entweder durch ein synthetisches Netz (Lichtensteintechnik) oder mittels Nahtverfahren (Shouldicetechnik) verschlossen.

 

In allen Fällen wird das Behandlungskonzept auf Ihren allgemeinen Gesundheitszustand und Ihren Befund abgestimmt.

Leistenbruch als tagesklinische Operation

Laparoskopische Operationen können aufgrund der kleinen Wunde und der geringen Belastung für den Patienten meist im tagesklinischen Setting durchgeführt werden, sodass Sie bereits am Operationstag von mir nach Hause entlassen werden können!

 

Insbesondere bei der laparoskopischen (minimalinvasiven) Operation ist eine Rückkehr zu körperlicher Aktivität und Sport bald möglich. 

 

Zur Beratung, Untersuchung und sorgfältigen Abklärung stehe ich Ihnen gerne in meiner Ordination zur Verfügung!

 

                                                                                                         -> weiter zu LEISTUNGEN